Kein Land geht sanfter mit Gewaltverbrechern um


Eine neue Studie des Strafrechtsprofessors und SP-Kandidaten Martin Killias birgt politischen Zündstoff. Von 100 wegen schwerer Körperverletzung verurteilten Gewalttätern sehen in der Schweiz im Durchschnitt nur gerade 9,3 ein Gefängnis von innen.Quelle

Zu diesem Schluss kommt der Aargauer Strafrechtsprofessor Martin Killias auf der Basis von Daten aus dem «European Sourcebook of Crime and Criminal Justice Statistics». Laut Killias, der an der Universität Zürich doziert, gehen helvetische Richter weit weniger hart gegen Gewaltverbrecher vor als ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern. Französische Richter beispielsweise erlassen auf 100 Verurteilungen wegen schwerer Körperverletzung durchschnittlich 38,8 unbedingte Freiheitsstrafen. In Schweden liegt die Quote bei 63,7 Prozent. Gesamteuropäisch haben 36 Prozent aller Verurteilungen wegen schwerer Körperverletzung eine zwingende Haftstrafe zur Folge – beinahe viermal häufiger als hierzulande. Der Anteil jener Gewaltverbrecher, die ins Gefängnis müssen, ist laut Killias’ Studie nicht nur im Fall von schwerer Körperverletzung erstaunlich tief. So sprechen Schweizer Richter auf 100 Verurteilungen wegen Vergewaltigung nur 38,9 unbedingte Freiheitsstrafen aus – in Europa sind es im Schnitt 70. Ähnlich grosse Diskrepanzen zwischen der helvetischen und der europäischen Strafzumessungspraxis bestehen bei Verurteilungen wegen sexueller Nötigung, sexueller Handlungen mit einem Kind sowie Raub. Killias, der für die SP in den Nationalrat will, sieht die Ursache für die tiefe Inhaftierungsquote des Schweizer Justizapparats in der «extremen Skepsis unserer Gesetzgeber, Staatsanwälte und Gerichte gegenüber Freiheitsstrafen». Er ist einer von wenigen Sozialdemokraten, die eine härtere Gangart im Strafrechtsbereich befürworten. Killias’ Berechnungen sind neu, das Zahlenmaterial stammt aus dem Jahr 2006. Aktuellere Statistiken sind nicht verfügbar. Die Aussagekraft seiner Kalkulationen schmälert dies jedoch nicht, im Gegenteil. Denn mit der Einführung des revidierten Schweizer Strafgesetzbuches im Jahr 2007 ging der Anteil der unbedingten sowie teilbedingten Haftstrafen bei Straftaten noch einmal drastisch zurück: von 16 Prozent (2006) auf 7 Prozent (2009).

Im gleichen Zeitraum haben europäische Staaten ihre harte Strafzumessungspraxis nur unmerklich verändert. Der Ruf der Schweiz als Land mit dem sanftesten Vorgehen gegenüber Gewalttätern hat sich damit zusätzlich akzentuiert. Killias’ Berufskollege, SP-Nationalrat und Strafrechtler Daniel Jositsch, ist optimistisch, dass dessen Berechnungen dazu beitragen werden, bei der laufenden Überarbeitung des Strafrechts über die Parteigrenzen hinweg «sehr gute Lösungen zu finden».

Das sagen wir ja schon lange. Doch schön zu hören das es auch andern auffällt. Deshalb steigt die Kriminalität bei uns so markant an. Zumal es mehrheitlich die Fremden sind, die sich ihr recht mit Gewalt erkaufen.       

 

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