Flüchtlingsstrom nach Italien reisst nicht ab


Italiens Regionen sollen insgesamt 10 000 Flüchtlinge aus Nordafrika aufnehmen. Hunderte von Migranten, unter ihnen erstmals auch viele Frauen und Kinder, sind vorübergehend in der Zeltstadt bei Manduria in Apulien untergebracht.Quelle

Wen überhaupt Flüchtlinge, ist das der richtige Ort solche Lager

Das grosse Zeltlager bei Manduria, wo im vergangenen Monat Tausende von jungen Männern aus Tunesien und Libyen untergekommen sind, ist nach der Abreise der letzten Migranten nur wenige Tage leer geblieben. Rund 750 Flüchtlinge, unter ihnen erstmals auch zahlreiche Frauen und Kinder, sind nach ihrer Ankunft in Lampedusa seit Mittwoch in den blauen Zelten der Noteinrichtung untergebracht. Weitere 250 Personen, die auch von der Insel in die Hafenstadt Tarent gebracht worden waren, sind in einer anderen Struktur der Region Apulien aufgenommen worden. Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli hatte in Rom nach einem Treffen Anfang Woche bekanntgegeben, das kurz zuvor geschlossene Flüchtlingslager bei Manduria nur vorübergehend für die Erstaufnahme der Migranten benutzen zu wollen. Laut den Anweisungen des Innendepartements soll die Einrichtung innert wenigen Tagen wieder geschlossen werden.

Bei starkem Regen sind die Migranten am Mittwoch in der Zeltstadt, welche auf einem Feld bei der Hauptstrasse zwischen den beiden Städtchen Manduria und Oria steht, eingetroffen. Die schlechten Wetterbedingungen haben die vielen Mängel des Flüchtlingslagers, welches Ende März als Noteinrichtung innert 48 Stunden für Tausende von Migranten aufgestellt worden war, zusätzlich verschärft. Einige Zelte waren nicht mehr betretbar, da sie nach dem Regen unter Wasser standen. Auch die Verteilung der Speisen verzögerte sich wegen der Überschwemmung des dafür eingerichteten Zeltes.

In der Zeltstadt werden die Migranten in den nächsten Tagen identifiziert und ärztlich untersucht. Im Gegensatz zur ersten Migrationswelle in Manduria, die fast ausschliesslich aus jungen Männern bestand, befinden sich unter den 750 Flüchtlingen viele schwangere Frauen und rund 20 Kinder. Anders als die Tunesier, die im März ins Zeltlager gebracht worden waren, sind die meisten gegenwärtigen Flüchtlinge aus der libyschen Stadt Misrata geflohen. Einige unter ihnen kommen aber auch aus Somalia, Nigeria oder Eritrea.

Nach Anweisungen des Innenministeriums bleibt Journalisten der Zutritt zur Anlage verwehrt. Medienschaffende hatten nur für wenige Tage nach der Errichtung der Zeltstadt eine entsprechende Bewilligung erhalten können. Neben den Behörden darf sich lediglich das Personal der Hilfsorganisationen, derzeit das Italienische Rote Kreuz (IRK) und die Caritas, innerhalb der Notstruktur bewegen. Selbst freiwillige Helfer, die sich aus mehreren lokalen Organisationen spontan zusammengeschlossen hatten, um während des Notstandes den Flüchtlingen beizustehen, mussten bisher ausserhalb der Zeltstadt bleiben.

Die tunesischen Migranten, die über Wochen in Manduria bleiben mussten, hatten sich mehrmals über die Bedingungen im Zeltlager beklagt. Tatsächlich sei es am Anfang sehr schwierig gewesen, weil niemand mit so vielen Flüchtlingen auf einmal gerechnet hatte, erklärte Mandurias Bürgermeister Paolo Tommasino. Die angespannte Lage in der Zeltstadt hatte kurze Zeit nach ihrer Ankunft mehrere Migranten erneut in die Flucht getrieben. Diejenigen, die in Manduria blieben, mussten sich den Zuständen anpassen. Oft schliefen sie zu sechst oder auch zu acht in Zelten, die tagsüber zu heiss und nachts sehr kalt wurden. Wegen eines Defekts der Wasserleitungen konnten sie zu Beginn nicht duschen, danach floss wochenlang nur kaltes Wasser aus den Sanitäranlagen. Lange Wartezeiten für das temporäre Reisevisum machten vielen jungen Männern zu schaffen. Dabei war ihre Frustration so gross, dass sie sich oftmals untereinander prügelten oder im benachbarten Oria nach exzessivem Alkoholkonsum für Unmut unter den Einheimischen sorgten.

Kurzer Notstand?
Im Gegensatz zum Notstand der vergangenen Wochen dürfte sich laut Bürgermeister Tommasino die Zeltstadt nun innert wenigen Tagen wieder leeren. Nach der jüngsten Flüchtlingswelle auf Lampedusa werde auch Manduria seinen Beitrag leisten und die Migranten vorübergehend aufnehmen, bis sie in eines der bereits bestehenden Aufnahmezentren in Apulien oder in den übrigen Regionen gebracht werden könnten. «Diesmal wollen wir den Notstand ruhig angehen», sagte der Bürgermeister gegenüber lokalen Medien. Ob es tatsächlich nur wenige Tage dauern wird, bis das Zeltlager wieder leer steht, bleibt abzuwarten. Neben Tommasino glaubt auch Domenico Amalfitano, der regionale Leiter des IRK in Tarent, dass der Flüchtlingsstrom aus Libyen in Richtung Lampedusa nicht abreissen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Zeltlager weiterhin gebraucht wird, ist gross. Ende März war der Entscheid der Regierung in Rom, Tausende von Flüchtlingen von Lampedusa nach Manduria zu evakuieren, von den Behörden kritisiert worden. Tommasino selbst hatte deswegen seinen Rücktritt eingereicht, nach kurzer Zeit aber seine Demission wieder zurückgezogen. Laut dem Bürgermeister hat Manduria alleine den Notstand Lampedusas ausbaden müssen. Auch die Europäische Union habe Italien in dieser Hinsicht im Stich gelassen.

Viele Einheimische, die nicht zuletzt wegen ihrer eigenen Vergangenheit als Arbeitsmigranten in Norditalien und in Europa die afrikanischen Flüchtlinge in ihrer Region aufnehmen wollen, teilen die Meinung des Bürgermeisters. Sie werfen der EU vor, die demokratischen Bewegungen in Nordafrika zuerst mit lautem Beifall begrüsst zu haben, sich jedoch nicht mit den Konsequenzen, wie etwa den vielen Migranten aus diesen Ländern, auseinandersetzen zu wollen. In Manduria und Oria wird nicht nur die Stellung der Europäischen Union scharf kritisiert, sondern auch diejenige Norditaliens in Bezug auf die Hilfsbereitschaft zur Aufnahme der Flüchtlinge. Dabei hat der Zivilschutzchef Gabrielli Anfang Woche bekanntgemacht, dass sich alle Regionen der Halbinsel, mit Ausnahme der Abruzzen, für die Aufnahme von insgesamt 10 000 Migranten aus Nordafrika vorbereiten müssen. Um die Kosten für den Notstand zu decken, sind vorerst 5 Millionen Euro auf die Regionen verteilt worden.

Gemäss Flüchtlings beauftragter im Französischen Teil der Schweiz, wollten einige aus Nigeria nicht in Zivilschutz Anlagen untergebracht werden. Das sei nicht Menschenwürdig, sonder ein Gefängnis. Ja, jetzt stellen die Kaffer noch Ansprüche.   

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